Antike Mythen in der Kunst

Seit Jahrtausenden beflügeln die Mythen der Griechen und Römer die Phantasie der Menschen – nicht zuletzt der Künstler. Einen Überblick über Adaptionen antiker Mythen in der – freilich nachantiken – Kunst bietet das Werk „Antike Mythen in der Kunst“ von Lars Olof Larsson, erschienen im Reclam-Verlag. 100 verschiedene Kunstwerke, hauptsächlich Gemälde, aber auch Skizzen und Skulpturen, stellt der Autor darin vor und erläutert knapp den dargestellten Mythos und die historischen Hintergründe. Auf der linken Seite findet man stets ein Bild des Kunstwerks, rechts den zugehörigen Text. Letzterer muss bei der Beschränkung auf eine Seite natürlich kurz und komprimiert sein; so bleibt oft nicht viel Platz etwa für die tiefergehende Interpretation oder die womöglich ideologischen Hintergründe. Auch die Bilder leiden natürlich unter der geringen Größe und dem Schwarzweiß-Abdruck, wodurch sich manchmal nicht alles perfekt erkennen lässt – doch es ist eben kein Bildband, sondern eine knappe Reclam-Einführung.
Auch aus dem Blick eines Menschen, der keine nennenswerte Ahnung von Kunstgeschichte hat, ist dieses Buch durchaus lesenswert und interessant. Man erfährt, welche Mythen im Besonderen eine Rezeption in der Nachantike erfuhren, wieso und wie dies dargestellt wurde. Manche Motive finden sich mehrfach und lassen sich daher umso besser im zeitgeschichtlichen Kontext vergleichen, etwa das Liebespaar Ares/Mars und Aphrodite/Venus in diversen Variationen. Erstaunlich ist etwa, wie sich die Darstellungsweisen im Laufe der Zeit ändern – von mittelalterlichen Gemälden, auf denen sich die Charaktere nicht ohne Weiteres als antike Götter erkennen lassen, bis zu jenen pathetischen Darstellungen der Renaissance und des Barock. Man mag sich fragen, weshalb sich ausgerechnet in diesem Buch nicht ein Kunstwerk aus der Antike selbst findet, doch ist dies anscheinend nicht das Thema. Dafür gibt es zu Anfang noch eine interessante Einführung in die allgemeine Rezeptionsgeschichte antiker Mythen vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
All das ist letztlich schnell durchgelesen, weil wenig umfangreich. Doch im Endeffekt hat sich die Lektüre gelohnt – man ist um einige Eindrücke antikisierender Kunst reicher.

Am Anfang war dein Ende

Bei dem Roman „Am Anfang war dein Ende“ handelt es sich um den 23. Teil einer Krimi-Reihe der Autorin Faye Kellerman, wie ich nach Beendigung feststellen musste. Im Buch selbst findet sich nicht ein Hinweis auf vorhergegangene Bände; deren Existenz lässt sich einzig aus der offensichtlich schon langen Entwicklung der Hauptfiguren erschließen. Immerhin lässt sich das Buch problemlos eigenständig lesen und verstehen – auch wenn die Beziehung zwischen den Protagonisten vielleicht manchmal ein wenig seltsam anmuten mag.
Der Krimi beginnt damit, dass die Leiche eines jungen Mannes im Wald gefunden wird, erschossen. Die forensischen Untersuchungen deuten alle auf Selbstmord hin – doch schien der brillante Mathematik-Student Elijah Wolf zuvor keinesfalls depressiv, sondern hochmotiviert. Wie sich schnell herausstellt, war sein Arbeitsumfeld an der Universität alles andere als harmonisch, sondern vielmehr ein Pfuhl von Missgunst, Lügen und egoistischem Erfolgsstreben. Und schließlich kommt es zu einem zweiten Todesfall…
„Am Anfang war dein Ende“ ist ein denkbar konventioneller, systematischer Krimi. Nach und nach ergibt sich aus den Zeugenaussagen ein Bild des komplexen Beziehungsgeflechts an der Uni, wobei so ziemlich jeder etwas zu verbergen hat. Es dauert seine Zeit, bis die Handlung Fahrt aufnimmt und zu fesseln beginnt, zumal manche Erkenntnisse sich wiederholen und es lange keinen Hinweis auf Fremdverschulden bei der Tat gibt – so besteht die erste Hälfte des Romans gewissermaßen aus der Routinearbeit der Polizisten, einen offensichtlichen Selbstmord abzuwickeln. Der Schreibstil, obwohl nichts Konkretes daran auszusetzen, weiß nicht wirklich zu fesseln. Erst spät (ab ca. zwei Dritteln des Buches) baut sich eine gewisse Dynamik auf, als sich bei den Vernehmungen neue Erkenntnisse zu häufen beginnen. Schlussendlich zieht die Handlung noch einmal an und ergibt ein Ende mit einigermaßen unerwarteter Auflösung. Das Privatleben der Ermittler spielt eine recht wichtige Nebenrolle, bleibt aber ohne wirkliche Entwicklung  bei einem Status quo, der schon auf den ersten Seiten dargelegt worden war. Etwas unglaubwürdig wirkt die Zusammensetzung des Ermittlerteams – der Polizist Peter Decker lässt nicht nur seinen mittlerweile studierenden Ex-Partner McAdams mitermitteln, sondern nimmt sogar ganz selbstverständlich seine Frau zu manchen Zeugenvernehmungen mit! auch Sympathie wecken die Charaktere wenig – Decker wirkt spießig, seine so harmonische und liebevolle Ehe nervt; McAdams soll krampfhaft jung und locker wirken, bleibt dabei aber farblos. Immer wieder wird auch auf das Forschungsgebiet des Ermordeten in der Mathematik eingegangen – das ist nicht nur für Laien unverständlich, zudem wiederholen sich die Beschreibungen schier andauernd.
Letztlich ist „Am Anfang war dein Ende“ kein richtig schlechtes Buch – doch verzichtet es mit lange dahinplätschernden Ermittlungen und einem eher trockenen Stil darauf, den Leser mitzureißen; man könnte es gar als langweilig bezeichnen.

Eine kurze Geschichte der Menschheit

Das Sachbuch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari stieg schnell zum Bestseller in diversen Kategorien auf. Doch verdient? Oder liegt es weniger an Fachkompetenz, als vielmehr an einem populistischen Inhalt?
Harari erklärt in diesem Werk nicht weniger als die Geschichte der Menschheit. Anders als in den meisten jener Chroniken betreibt er hier jedoch nicht vordergründig Ereignisgeschichte (Herrscher, Reiche, Schlachten…), sondern vielmehr eine Geschichte der menschlichen Entwicklungssprünge. Es beginnt mit der kognitiven Revolution vor mehreren zehntausend Jahren, als der Mensch sich erstmals merklich von anderen Menschenaffen abhob – und sofort begann, seine Verwandten zu verdrängen. Anschließend kommt mit der Sesshaftwerdung die agrarische Revolution, dann das Zusammenwachsen der Welt infolge von Kolonialismus und Globalisierung, schließlich noch die wissenschaftliche Revolution der letzten zwei Jahrhunderte.
Wenn jemand – und erst recht mit teils so plakativen Thesen, wie es hier geschieht – versucht, ein so breites Thema wie die Weltgeschichte zu erklären und auf wenige Grundsätze herunterzubrechen, dann sollte man grundsätzlich immer kritisch sein und nicht ohne Hinterfragen alles glauben, was als unzweifelhafter Fakt ausgegeben wird. Mangels Fachwissen kann ich den Großteil des Inhalts natürlich nicht erörtern – Harari aber schafft es jedenfalls, dass fast alles einen fundierten Eindruck macht. Die Gedankengänge folgen dem gesunden Menschenverstand, wenn nötig belegt etwa durch Funde und Statistiken, und führen doch zu mancherlei Erkenntnissen, mit denen man kaum gerechnet hätte: Wussten Sie etwa, dass die Entwicklung der Landwirtschaft die vielleicht größte Verarschung aller Zeiten war? Und dass jegliche Kultur darauf basiert, dass wir an Dinge glauben, die nicht da sind? Die Entstehung von Reichen und Religionen erklärt Harari ebenso wie die Mechanismen und Ursachen, aufgrund derer Europa sich in den letzten zweihundert Jahren zur Weltherrschaft aufschwingen und ein Zeitalter nie gekannten wissenschaftlichen Fortschritts einleiten konnte.
Doch auch bei aller Genialität, die das Werk meines Erachtens aufweist, bleiben natürlich einige Versäumnisse. Harmlos mutet noch an, dass Harari das Gilgamesch-Epos auf Seite 325 fälschlicherweise als „ältesten Mythos der Menschheit“ bezeichnet (obwohl dieses Jahrhunderte jünger ist als zahlreiche sumerische mythische Texte).
Wesentlich bedenklicher indes ist die Charakterisierung des Humanismus und seiner Spielarten. Die Weltanschauung des Humanismus, den Harari durch den Menschen als zentralen Bezugspunkt definiert (das ist zwar tendenziell richtig, in der Folge aber eine fatale Beschränkung), teilt er in die drei Spielarten des liberalen, sozialistischen (~Kommunismus) und evolutionären (~Sozialdarwinismus/Nationalsozialismus) Humanismus . Dies führt zu schier unfassbaren Begriffsverwirrungen: Der „evolutionäre Humanismus“ ist zwar humanistisch in dem Sinne, dass er sich auf den Menschen fixiert, und evolutionär in dem Sinne, dass er an dessen Weiterentwicklung interessiert ist – insofern könnte der Begriff allein von den Wortwurzeln her fast schon Sinn machen. Jedoch übersieht Hararai hierbei völlig, dass der Humanismus historisch fast immer gekoppelt war bzw. ist an Werte wie etwa (politische) Freiheit, Gleichheit und Menschenrechte. Während er die Freiheit dem liberalen und die Gleichheit dem sozialistischen Humanismus vorbehält, findet sich im „evolutionären Humanismus“ nichts mehr davon. Jener ist also humanistisch nach Hararis Definition von Humanismus, nicht aber nach der praktisch aller Humanisten. Überdies ist der Begriff „evolutionärer Humanismus“ schon vor einem halben Jahrhundert von Julian Huxley in einer gänzlich anderen Weise geprägt und von dessen Nachfolgern (beispielsweise Michael Schmidt-Salomon) in dieser verwendet worden – als Bezeichnung für eine Weltanschauung, die sich als humanistisch auf die Menschenrechte etc. beruft, die Erkenntnisse der Evolutionstheorie anerkennt und selbst bereit ist sich weiterzuentwickeln – letztlich also eine Philosophie, die Hararis „evolutionären Humanismus“ diametral entgegengesetzt ist. Dies könnte man vielleicht als eine unglückliche, aus Unwissenheit resultierende Begriffsverwirrung sehen – wenn dies nicht zum einen ein sehr schlechtes Licht auf Hararis Kenntnisse über moderne Weltanschauungen werfen und überdies die evolutionären Humanisten in die Ecke des (weder evolutionären noch humanistischen) Nationalsozialismus rücken würde. Was dieses Thema angeht, sei weiterführend noch der Kommentar „Die große Harari-Ver(w)irrung“ von Michael Schmidt-Salomon auf der Webseite der Girdano-Bruno-Stiftung empfohlen.
Freilich lässt sich für diese fatale Verfehlung kein eigener ideologischer Grund in Hararis Weltanschauung ausmachen. Ansonsten nämlich hält er sich (soweit ich es beurteilen kann) an die Fakten, betrachtet die Dinge selbst unter evolutionären Gesichtspunkten und kritisiert alle Weltanschauungen vom Christentum über den Humanismus, Kommunismus und Nationalsozialismus bis hin zum Kapitalismus gleichermaßen.
Bis auf die wirklich verunglückte Humanismus-Definition ist „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ jedoch ein hochinteressantes Werk, das einerseits Konzepte wie Religion, Imperien, Kapitalismus verständlich macht, andererseits teils ganz neue Zusammenhänge aufzeigt. Manche der darin vermittelten Erkenntnisse lassen das Potenzial erkennen, das Weltverständnis nicht nur zu verändern, sondern einen ganzen Sprung nach vorne zu bringen – wenn man all das doch nur einfach ernst nehmen könnte, ohne mit weiteren versteckten Fehlvorstellungen rechnen zu müssen.

Schatten über Ulldart (Ulldart – Die Dunkle Zeit 1)

„Schatten über Ulldart“ ist nicht nur der erste Teil der Ulldart-Saga, sondern auch der erste Roman des bekannten Fantasy-Autors Markus Heitz überhaupt. Und er enttäuscht nicht.
Der verweichlichte Prinz Lodrik wird von seinem Vater in die ferne Provinz Granburg geschickt, um dort als Gouverneur das Regieren zu lernen. Doch die Prophezeiung eines Mönchs sieht seine Ermordung voraus – oder ist sie vielleicht anders zu interpretieren? Während sich Lodrik mit den alteingesessenen Landadeligen herumschlagen muss, ist schon ein Attentäter auf dem Weg zu ihm – und es zeichnet sich ab, dass die „Dunkle Zeit“, jene verheerende Episode ferner Vergangenheit, zurückkehren wird…
Der Schreibstil ist wie von Heitz gewohnt: unterhaltsam und flüssig, gelegentlich humorvoll, ohne irgendwelche Durststrecken – jedenfalls hervorragend geeignet, die 400 Seiten innerhalb weniger Tage zu verschlingen. In Anbetracht dessen, dass „Schatten über Ulldart“ der Auftakt einer neunbändigen Reihe ist, kann man natürlich nicht mit einer endgültigen Auflösung am Ende rechnen. Vielmehr wird der eine Konflikt abgeschlossen, während der andere sich gerade erst aufbaut. Das jedenfalls macht Lust auf die weiteren Teile. Mit dem Übernatürlichen geht der Autor bisher sparsam um, was in diesem Falle durchaus zur Authentizität der interessanten Welt von Ulldart beiträgt.
Irgendwie ist das Buch zu schnell durchgelesen und zu sehr Teil einer viel längeren Reihe, als dass man noch allzu viele Worte darüber verlieren könnte. Ohne Zweifel aber hat es sich als höchst unterhaltsamer Fantasy-Roman erwiesen, dessen Fortsetzungen ich auch unbedingt konsumieren werde.

Zone Null

Wie hat man sich eine perfekte Zivilisation, eine Utopie ultimativer Glückseligkeit, vorzustellen? Und wie im Gegenzug die Geisteshaltung einer Kultur, für die Kontrolle – über die Welt, den Bürger, über den eigenen Geist – alles ist?
Beides sind maßgebliche Thematiken in Herbt W. Frankes kurzem Science-Fiction-Roman „Zone Null“ (erschienen mittlerweile in diversen verschiedenen Ausgaben). Zwei Kulturen prallen darin aufeinander, die zuvor Jahrhunderte lang vollkommen isoliert waren und nichts voneinander wussten. Die eine, die sich „Freiheit“ und den Machtanspruch über die ganze Welt auf die Fahnen geschrieben hat, beginnt nunmehr, nachdem sie von der anderen Kultur seit Ewigkeiten nichts gehört hat, deren Territorium zu erkunden und sich einzuverleiben. Nach anfänglichen Rätseln wird der Protagonist Daniel in jene fremde Zivilisation eingeführt – eine Utopie ohne Leid, in der alle Wünsche befriedigt werden. Klar, dass dies einen Konflikt mit dem totalitären Weltverständnis seiner Heimat heraufbeschwört…
Franke schildert das Szenario in zwei Zeitebenen – einmal dem unmittelbaren Erleben der Ereignisse, parallel dazu das an diese anschließende Verhör. Zweifellos ist ihm dabei eine beeindruckende Sprachbeherrschung nicht abzusprechen, wie sich maßgeblich in inneren Monologen äußert, die das Denken des Protagonisten hervorragend veranschaulichen. Hinzu kommt eine lebendige und detaillierte Schilderung des Settings gerade in jener fremden, utopischen Kultur.
Auf der anderen Seite indes steht ein beträchtlicher Makel: Es ist teils sehr schwer, der Handlung zu folgen – nur allzu oft überliest man gerade die wichtigen Eckpunkte des Geschehens und muss sich diese dann mehr schlecht als recht im Nachhinein rekonstruieren. Zu einem gewissen Grad mag das vielleicht Versäumnis des Lesers sein – da es aber bei anderen Büchern nicht in dem Maße vorkommt, wird es auch etwas mit dem Werk an sich zu tun haben. Insofern ist an manchen Stellen rätselhaft, was gerade abgeht und ganz erschließt sich das Ende schließlich auch nicht.
Letztlich bleibt „Zone Null“ eine Science-Fiction-Geschichte mit interessanten Ansätzen, die aber gerne etwas übersichtlicher hätte geschrieben sein können.

Anmerkung: Oben zu sehen sind verschiedene Ausgaben des Werkes. Ich las die linke (aus dem Suhrkamp-Verlag) – Text ist vorhanden, aber ansonsten denkbar schlicht. Die Ausgabe von p.machinery (Mitte) enthält offensichtlich noch zwei auf das Werk Bezug nehmende Sachtexte.

Westeros: Die Welt von Eis und Feuer

Schon seit der ersten Staffel von „Game of Thrones“, infolgedessen ich auch alle zehn Bände „Das Lied von Eis und Feuer“ verhaftete, bin ich begeistert von der faszinierenden Welt, die George R. R. Martin darin entworfen hat. Als „amerikanischen Tolkien“ feierte ihn schon länger das TIME-Magazine, was ich aber bisher für eine wohlwollende Übertreibung, gar Anmaßung hielt – zumindest bis zum Konsum des Hintergrund-Sachbuches „Westeros: Die Welt von Eis und Feuer“. Hier offenbart sich, dass die phantastische Welt der Fantasy-Reihe noch viel größer ist, als in den Büchern und der Serie herüberkam, wobei jene schon durch beachtliche Komplexität herausragten.
Beim über DIN A4 großen Format erwartet man zunächst ein Werk, das vor allem auf Bilder setzt. Doch tatsächlich stellen diese, obwohl groß und beeindruckend, kaum mehr als ein Beiwerk zu den rund 300 Seiten Text dar, in welchen die ganze Geschichte von Westeros und (wenn auch weniger detailliert) Essos dargelegt wird. Die erste Hälfte gibt einen historischen Abriss von der mythischen Vorzeit über die Epochen der Ersten Menschen und Andalen, die sieben Königreiche und schließlich die Targaryen-Dynastie bis zu jenem Zeitpunkt, an dem die Geschichte der Romanreihe startet. Dann folgen nacheinander Kapitel über jede einzelne der großen Regionen vom Norden bis Dorne mitsamt ihrer ebenso vielfältigen Regionalgeschichte, anschließend welche über die Länder jenseits von Westeros, von den Freien Städten und den Sommerinseln bis hin zum sagenhaften Asshai. Es sind all jene Nebenschauplätze von Geographie und Geschichte, die in den Romanen kaum jemals zum Tragen kamen, die den Reiz dieses Buches ausmachen. Weshalb trug Maegor Targaryen den Beinamen „der Grausame“? Was hatte es noch einmal mit Nymeria und den tausend Schiffen auf sich, mit dem Verhängnis von Valyria und der Gründung von Braavos? Wer glaubt, die Geschichte von Westeros sei vor dem „Krieg der fünf Könige“ weniger ereignisreich gewesen, der wird spätestens hier eines besseren belehrt. So führt Martin die Herrschaft eines jeden einzelnen Targaryen-Königs von Aegon I. bis Aerys II. umfangreich aus, die Ursprünge all der großen Häuser und natürlich die zahlreichen Kriege der Geschichte – seien es die Schwarzfeuer-Rebellionen, den Tanz der Drachen und und und.
Man könnte sich dieses Buch jetzt vorschnell als eine trockene Chronik vorstellen, spannungsmäßig angesiedelt irgendwo zwischen Tolkiens „Silmarillion“ und dem Alten Testament – doch diese Furcht, so zumindest meine Meinung, ist unbegründet. Auch wenn natürlich kaum ein Leser all die vielen hundert Namen und Häuser mitsamt ihren Ereignissen wird behalten können, so stellt das Lesen doch ein Vergnügen dar, unterhaltsam und informativ zugleich. Der Sprachstil, obgleich berichtend, hat eine gewisse Poesie und wirkt niemals langweilig. Ganz im Stile eines realen Geschichtswerkes wird auch auf mehrere fiktive Quellen eingegangen, mithin auch umstrittene Angelegenheiten präsentiert – besonders die fließenden Übergänge zwischen Geschichte, Legende und Mythos geben dem Ganzen eine ganz eigene Atmosphäre, die phantastisch und doch im Rahmen der Umstände glaubwürdig wirkt.
Das alles verleitet zu einem nicht nur guten, sondern begeisterten Urteil. Zugegeben, dieses Buch ist nur etwas für Nerds, die schon mit dem Behalten der zahlreichen Namen in der Romanreihe keine Schwierigkeiten hatten – doch für die ist es ein Muss, eine unverzichtbare Bereicherung.

Die Auserwählten – Im Labyrinth

Unlängst ist die „Maze-Runner“-Reihe durch zwei Verfilmungen zu einiger Prominenz gelangt – und nun habe ich tatsächlich einmal den ersten Teil als Buch konsumiert.
Auf einmal wacht der Teenager Thomas auf einer geheimnisvollen Lichtung auf und kann sich an nichts aus seiner Vergangenheit erinnern. Genauso geht es einer Reihe anderer Jugendlicher, die an diesem Ort gefangen sind – inmitten eines riesigen Labyrinths, das augenscheinlich keinen Ausgang hat und des Nachts von tödlichen Kreaturen, den sogenannten Griewern, heimgesucht wird. Doch mit Thomas‘ Ankunft hat sich etwas verändert – anscheinend will, wer immer sie dorthin gebracht hat, das Spiel beenden. Wird es den Jugendlichen gemeinsam gelingen, das Geheimnis dieses Ortes zu lüften und vor allem, ihm zu entkommen?
Die Handlung ist denkbar geradlinig und spielt sich innerhalb weniger Tage ab – rein chronologisch, ohne Wechsel der Erzählperspektive. Zwar ist die Spannung eher mittelmäßig, doch man will schon wissen, wie es denn weitergeht. Ein lebendiger Stil ohne längere Verzögerungen sorgt für ein flüssiges Lesen – so flüssig, dass ich den 496-Seiten-Roman ungelogen innerhalb eines Tages verschlang.
Ein wirklich abschließendes Ende gibt es natürlich nicht, schließlich folgen auf „Die Auserwählten im Labyrinth“ noch zwei weitere Teile – doch markiert das Ende immerhin eine markante Zäsur in der Handlung. Während die Inszenierung des Szenarios durchweg passend scheint, gibt es aber einen Aspekt, dessen Sinn sich nicht wirklich erschließt – das von den Protagonisten verwendete Vokabular einiger abnormer Wörter, über das sich selbst Thomas zu Anfang wundert, es sich aber schließlich ohne weiteres Hinterfragen aneignet.
Allzu viel lässt sich ansonsten nicht mehr über das Buch sagen. Kein Aspekt ist wirklich herausragend, weder im Positiven noch im Negativen, doch letztlich ergibt das schlicht und einfach einen sehr unterhaltsamen und gut zu lesenden Roman.

Das Mädchen am Abhang

Bei „Das Mädchen am Abhang“ handelt es sich um eine Science-Fiction-Geschichtensammlung aus der Phantastischen Bibliothek von Suhrkamp. Neben der gleichnamigen Novelle von  Wadim Schefner, die rund hundert der 176 Seiten ausmacht, sind noch drei weitere Geschichten enthalten: „Der Tag des Zorns“ von Sewer Gansowski, „Wanderer und Reisende“ von Arkadi und Boris Strugatzki sowie „Die Flucht“ von Ilja Warschawski.
Am besten ist zweifellos die Titelnovelle. Dieses Werk beschreibt gewissermaßen autobiografisch das Leben eines Literaturhistorikers im 22. Jahrhundert sowie insbesondere dessen Beziehung zu Andrej Swetotschew, welcher schließlich zum Erfinder eines revolutionären neuen Werkstoffes, des „Aqualith“ werden soll. Schon der Stil und natürlich die Verortung als reale Erinnerungen eines Menschen in einer Meta-Realität entfernter Zukunft bedingen, dass keine Spannung aufkommt, was aber auch nicht der Anspruch des Werkes ist. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte gut zu lesen – der Schwerpunkt liegt weniger auf der Ereignishandlung, als vielmehr auf dem Setting einer potenziellen Zukunft. Diese nämlich kriegt man ziemlich eingehend präsentiert – hier weniger spektakulär als in anderen Science-Fiction-Werken, als vielmehr aus der gemeinen Alltagsperspektive. Natürlich mutet diese Zukunftsvision, die der Autor im 20. Jahrhundert erdachte, heute teils sehr naiv und idealistisch an, mithin auch längst eingeholt von der tatsächlichen Technologieentwicklung. Trotzdem ist es eine interessante und unterhaltsame Geschichte – nicht zuletzt durch das Setting und die erstaunliche Intertextualität.
Die anderen Stories dagegen fallen in der Qualität etwas ab. „Der Tag des Zorns“ handelt vom Konflikt der zukünftigen Menschen mit einer Rasse von Mutanten und nimmt dabei auch auf die Frage nach dem Wesen der „Menschlichkeit“ Bezug, leider aber ohne diese viel weiter auszuführen. Auch „Wanderer und Reisende“ hat ein paar nette Gedanken, es fehlt aber gänzlich an einer wirklichen Handlung. „Die Flucht“ indes hat eine solche (den Ausbruch aus einem Gefangenenlager), doch ist diese bis auf den Schluss recht konventionell und uninspiriert – unangenehm zudem, dass die Geschichte im Präsens geschrieben ist.
Letztlich also ist „Das Mädchen am Abhang“ eine solide, schnell abgeschlossene Lektüre mit manch interessanten Aspekten, durchaus unterhaltsam zudem, aber nicht wirklich herausragend.

 

Mein Vater war ein MiB

„Mein Vater war ein MiB“ – ein sicher kontroverses Buch. All die gehirngewaschenen Systemsklaven werden es sicher gleich wieder als bloße Verschwörungstheorien abtun, ohne sich damit je näher auseinandergesetzt zu haben – da sieht man, welch gute Arbeit SIE geleistet haben! Tatsächlich nämlich handelt es sich um das größte Enthüllungswerk unseres Zeitalters, das uns endlich in all jene Geheimnisse einweiht, die die Regierungen und ihre Verbündeten immer vor uns verbergen wollten!
Und wer ist für all das qualifizierter als der Autor Jason Mason, dessen eigener Vater schließlich ein Mitglied der MiB (Men in Black) war? Ja, richtig, genau jene Men in Black, die seit Jahrzehnten versuchen, im Auftrag der reptiloid-satanistischen Illuminaten-Mafia die Wahrheit über UFOs und all das andere zu verbergen, von dem wir nichts wissen sollen! Und nicht nur das: Als Herausgeber fungiert niemand geringerer als der legendäre Enthüllungsjournalist Jan van Helsing – eine solche Koryphäe auf seinem Gebiet, dass bereits mehrere seiner Bücher wegen angeblich antisemitischem Inhalt verboten wurden! Was natürlich eine absolut lächerliche Beschuldigung ist. Wer dieses Buch liest, der lernt doch schnell, dass die Juden tatsächlich gar keine „Semiten“ sind, sondern vom Volk der Khasaren abstammen, die im Mittelalter zum Judentum konvertierten, um ihre satanistischen Machenschaften vor der Welt zu verbergen. Aber das ist tatsächlich gar nicht einmal das Hauptthema des vorliegenden Buches – ebenso wenig die Men in Black, denen im Wesentlichen das erste Kapitel gewidmet ist. Nein, hier wird ALLES aufgeklärt, was die khasaro-jüdischen Jesuiten-Nazis vor uns zu verbergen versuchten: die Wahrheit über die Verschwörung zur Errichtung einer Neuen Weltordnung, die geheimen Weltraumprogramme der Nazis und diverser Staaten, ihre Basen auf anderen Planeten des Sonnensystems, die deutschen Kolonien in der Antarktis und im Inneren der Erde, die Wahrheit über Zeitreisen und Paralleldimensionen – nicht zuletzt auch die wahre Natur Gottes und des holographischen Universums, in dem wir gefangen sind. Zentrales Thema des Buches sind die Außerirdischen – und davon gibt es viele: die Greys, die blonden Nordics vom Aldebaran, die Anunnaki, die Reptiloiden der Draco-Föderation, die Avianer, Insektoiden und Mantiden, die Animus und die mysteriöse „Alte Erbauer-Rasse“ – und das sind nur einige der mehrere tausend Spezies von Außerirdischen, die in unsere Geschicke eingreifen, nicht mitgerechnet die innerirdischen Rassen, die Langschädel und Riesen, die aus der Zukunft stammenden Wing Makers, außerdem die Archonten und zerstörerische KIs aus anderen Dimensionen. Das dürfte für die meisten Menschen schwer zu verkraften sein, schließlich sind sie längst so gehirngewaschen von der archontisch-reptiloiden Khasarenmafia, dass sie nichts davon akzeptieren können. Und dabei stehen wir gerade jetzt an einem Wendepunkt der Geschichte! Das Bündnis aus den Illuminaten (das sind die khasaro-jüdisch-jesuitischen Baals-Anbeter-Kapitalisten), den von den bösen Archonten gesteuerten Reptiloiden und einer noch böseren KI beherrscht uns längst – aber ihr Plan wird scheitern, steht doch der Erde nur allzu bald ein spiritueller Wandel bevor!
Woher Jason Mason all das weiß? Er ist nicht der einzige, der den Mut aufgebracht hat, seine revolutionären Enthüllungen an die Öffentlichkeit zu bringen. Tatsächlich nämlich besteht das Buch aus diversen Abschnitten, in denen jeweils einzelne Whistleblower mit ihren Enthüllungen wiedergegeben werden: Da wäre etwa Corey Goode, der als Supersoldat mit übernatürlichen Geisteskräften für die Illuminaten arbeiten musste, bis man nach seinem jahrelangen Dienst seinen Körper verjüngte und ihn in der Zeit zurückschickte. Oder Dr. Anderson, welcher die bedeutsame Zeitkapsel der Wing Makers (Menschen aus der Zukunft, die unsere Entwicklung vorantreiben wollen) untersuchte und ihr Material entschlüsselte. Nicht zuletzt auch eine Reptiloidin mit dem Namen „Lacerta“, die selbst Auskunft über die Geheimnisse ihrer Rasse gibt. Die gehirngewaschenen „Kritiker“, die die Rothschild-Reptiloiden-Roboter sicher in Kürze auffahren werden, werden sicher zahlreiche Widersprüche in den Ausführungen der Whistleblower anprangern. Das ist ja auch kein Wunder – schließlich hat keiner je das ganze Bild gesehen, dafür haben SIE viel zu gut gesorgt – jeder konnte ja nur einen Teil des Ganzen beschreiben. Hinzu kommt die Existenz zahlreicher Parallelwelten und alternativer Zeitlinien, wie im Buch erläutert wird – es kann also schwerlich ein Argument für fehlende Glaubwürdigkeit sein, wenn sich die einzelne Teile des Buches teils extrem widersprechen, was beispielsweise die Ursprünge der Menschheit oder der Reptiloiden angeht. Und außerdem: Auch die Bibel wurde von diversen Autoren geschrieben und weist dementsprechend Widersprüche auf. Würde man sie deshalb anzweifeln, ja gar als Phantasie ein paar irrer Verschwörungstheoretiker abtun?
Aber auch das wird die sogenannten „Skeptiker“ ganz bestimmt nicht von ihrem Werk der Desinformation abhalten. Sie werden sicher einwenden, dass hier auch sachliche Fehler vorlägen. Dass zum Beispiel die Trias der babylonischen Religion aus Nimrod, Semiramis und Tammuz in keiner babylonischen Quelle belegt sei, dass dort ebenso wenig Menschenopfer zu Ehren des Baal praktiziert wurden, ja dass die sumerische Sprache gar nicht der deutschen ähnlich sei, wie es doch hier geschrieben steht! Aber auch das ist kein Wunder, schließlich befindet sich der ganze irdische Universitätsbetrieb und insbesondere die sogenannte Altorientalistik längst in der Hand der reptiloid-khasarischen Anunnaki-Bänker. Nicht nur ist längst bekannt, dass in Studentenverbindungen regelmäßig sexuelle Perversionen und Menschenopfer praktiziert werden – so mancher Beweis findet sich vor aller Augen: So stammt zum Beispiel das Wort „Bachelor“, was Millionen Studenten so unwissend anstreben, ursprünglich vom sumerischen ba-ḫe-la2, was so viel bedeutet wie „Er möge abgewogen werden“ und sich auf die Bewertung und Selektion bezieht, die in der akademischen Laufbahn unvermeidlich sind. Aber anstatt darüber nachzudenken, werden die Skeptiker sicher lieber nachfragen, wieso in dem Buch denn andauernd die Bibel als Quelle herangezogen wird (etwa bezüglich des Menschen opfernden Baal-Kultes oder der in der Offenbarung dargelegten NWO-Pläne der Eliten), wenn doch die katholische Kirche schon immer in IHRER Hand war? Ganz einfach – dies ist ein Fall von doppelt verschachtelten Lügen: Indem die Verschwörer ihre Pläne schon vor Jahrtausenden in der Heiligen Schrift jedem offenlegten, machen sie diese heutzutage scheinbar unglaubwürdig, wo es doch alles „nur primitive Mythen“ seien. Planen Sie denn so langfristig? Das müssen SIE gar nicht – schließlich sind sie längst in der Lage, durch Zeitreisen auch alternative Zeitlinien zu erschaffen.
Weiter würden die „Skeptiker“ in ihrer Hybris sicher nach Belegen für all dies fragen – die Idioten! Schon die alten Sumerer wussten doch, dass zu viele Quellenangaben die natürliche Harmonie des Universums stören. Deshalb findet man auf sumerischen Tafeln auch keine Fußnoten. Ebenso wenig in den Veden, den Gathas oder dem Necronomicon (ja, das existiert wirklich!). Ein Zufall? Wohl kaum. Und außerdem – wem könnte man denn trauen, dass man ihn zitiert, außer den unabhängigen Whistleblowern und Augenzeugen, die hier ihre schockierenden Erlebnisse dargelegt haben?
Überhaupt erübrigt sich jede Spekulation darüber, der Inhalt des Buches würde nicht der Wahrheit entsprechen, schon durch ein simples Faktum: Was hier an Tatsachen präsentiert wird (nicht weniger als 672 großformatige Seiten!), ist so verworren, grotesk und fern jeder sogenannten „vernünftigen Logik“, dass es eine absolut absurde Vorstellung wäre, jemand könne sich dies einfach ausgedacht haben. Denken diese stumpfsinnigen Regimezombies, Enthüllungsautoren hätten nichts Besseres zu tun, als sich irgendwelche Berichte von Alien-Begegnungen, Zeitreisen und Verschwörungen auszudenken? Wirklich lächerlich.
Mir hat das Buch jedenfalls sehr geholfen, die Augen zu öffnen. Besonders erleichtert bin ich darüber, dass es tatsächlich so scharfe und natürlich gesetzte Grenzen zwischen Gut und Böse gibt, wie ich immer dachte. Avianer, Wing Makers, Jesus – gut; Reptiloiden, Illuminaten, Archonten – böse. So einfach ist das – nehmt das, ihr postfaktischen Moralrelativisten!
Doch zu guter Letzt muss ich das Buch und seine Autoren in einem Punkt stark kritisieren – verlieren sie doch kein Wort über eine Fraktion, die mindestens genauso gefährlich ist wie die Men in Black oder die Reptiloiden: die berüchtigten „Men in White“. Wie ihre schwarzen Cousins sind auch sie dafür verantwortlich, all jene Vertreter unangenehmer Fakten zu überwachen, unglaubwürdig zu machen und aus dem Verkehr zu ziehen. Tatsächlich halten sie mich jetzt schon seit Wochen gefangen – ich kann kaum noch essen, ohne dass sie mich beobachten. Selbst wenn ich schlafe, beobachten sie mich.  Sie tragen stets weiß… Oh nein, da kommen sie schon wieder! Ich weiß nicht, ob ich dies noch rechtzeeee Nein, nicht, nicht wieder die Jacke! nein, ichebzuzdgfjg fweeeeeebezfubsibv gdqweshrfd wezhrthgftjffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffff