Wunderkammer der Kulturgeschichte

Neue Links in der Wunderkammer (VI)

Berichten alte indische Epen tatsächlich über den Einsatz von Atombomben? Zeugen Funde von metallenen Objekten wie dem Dorchester Pot oder dem Aluminiumobjekt von Aiud tatsächlich von Hochtechnologie in grauer Vorzeit – gar vor 3 Milliarden Jahren, wie seltsame Metallkugeln aus Südafrika zu implizieren scheinen?
Die neuen skeptischen Links in der Wunderkammer.

Jason Colavito: The Dorchester Pot: New Questions about an Old OOPART

He who controls the past…: Artikel zum Aluminiumkeil von Aiud (Teil 1-7, Teil 8-9)

Palaeoseti.de 2020: Drei Milliarden Jahre alte Kugeln – Die Klerksdorp-Sphären

Paul Heinrich 2008: The Mysterious „Spheres“ of Ottosdal, South Africa

Paul Heinrich 1996: The Mysterious Origins of Man: The South African Grooved Sphere Controversy

Frank Dörnenburg: Die Manna-Maschine (mehrere Seiten)

Palaeoseti.de 2020: Atombombenexplosion im Industal (Mohenjo Daro)

Jason Colavito 2011: Ancient Atom Bombs – Fact, Fraud, and the Myth of Prehistoric Nuclear Warfare

Irna 2018: The radioactive skeletons of Mohenjo Daro

Neue Links in der Wunderkammer (V)

Wenige Seiten im deutschen Sprachraum bieten so ausführliche Auseinandersetzungen mit pseudowissenschaftlichen Theorien wie Frank Dörnenburgs „Pyramidengeheimnisse“ – in die Wunderkammer eingearbeitet sind jetzt immerhin seine Artikel über die Bagdad-Batterie und die „Glühbirnen von Dendera“. Was ist eigentlich von dem 1000 Seiten starken Buch des Ethnologen Hans Peter Duerr zu halten, der minoische Expeditionen ins norddeutsche Wattenmeer nachzuweisen versucht? Und schließlich, da, wie ich mit Betrüben feststellen musste, die hervorragende Kritik von Josef Weichenberger zu den Erdställen der Steiermark nicht mehr im Internet aufzufinden ist, an dieser Stelle noch eine kürzere Rezension durch Thomas Kühtreiber, der immerhin die wichtigsten Kritikpunkte anspricht.
Die neuen Links in der „Wunderkammer der Kulturgeschichte“.

Thomas Kühtreiber, Rezension zu Heinrich/Ingrid Kusch, Tore zur Unterwelt, in: Die Höhle. Zeitschr. für Karst- und Höhlenkunde 61, 2010, S. 137-140.

David Mikkelson (snopes.com 2004): Was a Giant Skeleton Uncovered in Saudi Arabia?

Dan Evon (snopes.com 2019): Is This an Ancient Mayan Sculpture of Batman?

André Kramer: Zillmer und der lebende Trilobit

Frank Dörnenburg: Elektrisches Licht der Pharaonen?

Frank Dörnenburg: Energiequellen (über die „Bagdad-Batterie“)

Snopes.com: Is This ‘Goliath Skeleton’ Real?

David MacDonald: The Flood: Mesopotamian Archaeological Evidence

Jens Greif: Rezension zu Hans Peter Duerr, Die Fahrt der Argonauten

A Race of Giants? – Riesenskelette aus Georgia

A Race of Giants? – Riesenskelette aus Georgia (PDF)

Ursprünglich hervorgegangen aus den Recherchen für einen neuen Tilmun-Band, untersuchte ich drei mutmaßliche Riesenskelettfunde aus der Gegend von Cartersville (Georgia, USA), die in Zeitungsartikeln der 1880er erwähnt werden. Die Erkenntnisse der oben verlinkten Studie lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • 1884 wurde bei Ausgrabungen unter John Rogan an den indianischen Mounds von Etowah bei Cartersville, Bartow County (Georgia) neben zahlreichen anderen Funden von archäologischem Wert ein Skelett von 7,2 Fuß (2,19 m) Größe entdeckt. Die Darstellung der Funde in Publikationen des Ethnologen Cyrus Thomas für die Smithsonian Institution deckt sich im Wesentlichen mit der in zahlreichen auch von heutigen „Riesenforschern“ herangezogenen Zeitungsartikeln, einschließlich der Größe des Skelettes, dem archäologischen Kontext und einer als Krone fehlinterpretierten Kupferplatte.
  • Die Vielzahl nahezu wortgleicher Zeitungsartikel über diesen Fund, die häufig unter dem Titel A Race of Giant in zahlreichen Zeitungen erschienen, konnten auf einen ersten Bericht im Athens Banner-Watchman vom 04.03.1884 zurückgeführt werden. Anhand der zahlreichen Nachdrucke lassen sich die Ausbreitung des Artikels sowie dabei auftretende Verfälschungen teilweise rekonstruieren.
  • Der Eigentümer der Mounds am Oconee River in Greene County (Georgia) berichtete wenige Wochen später einer Expeditionsgruppe des Athens Banner-Watchman, im Zuge der als Harrison Freshet in die Geschichte eingegangenen Überflutung im Jahr 1840 seien neben zahlreichen indianischen Begräbnissen auch die Überreste eines Riesen gefunden worden. Zwar lassen sich die Überschwemmung und die archäologischen Funde historisch bestätigen, für den mutmaßlichen Riesenfund dagegen waren keine weiteren Belege aufzufinden. Dessen Hintergründe lassen sich somit nicht beurteilen.
  • Im Frühjahr 1886 wurden in Etowah/Cartersville durch eine andere Überflutung zahlreiche Begräbnisse, archäologische Schätze und riesenhafte Knochen freigelegt. Letztere rekonstruierte man zu einem Riesen von 14 Fuß (4,27 m) Größe, was in zwei Artikeln der New York Times und Emporia Weekly News berichtet wurde.
  • Wie aus einem späteren Artikel des Banner-Watchman vom 11.05.1886 hervorgeht, handelte es sich bei diesen Knochen um die versteinerten Überreste von Mammuts, was auch durch einen Artikel der Atlanta Constitution gestützt wird.
  • Beide Funde aus Cartersville werden von heutigen pseudowissenschaftlichen Riesenforschern (Ross Hamilton, Jim Vieira/Hugh Newman, Richard J. Dewhurst) wiederholt zitiert. Keiner von diesen betreibt jedoch eine weitere Recherche der Funde, die den Ursprungsartikel im Banner-Watchman oder die Identifizierung der Funde von 1886 als pleistozäne Megafaunenreste erkennt.

Die Untersuchung zeigte, dass das zugrundeliegende Phänomen der amerikanischen Riesenskelette als ein durchaus differenziertes zu betrachten ist, das sich nicht auf monokausale Ursachen reduzieren lässt. Gleichwohl verspricht eine eingehende und quellenkritische Recherche zu einzelnen Fundmeldungen durchaus klare Erkenntnisse im Sinne einer empirischen Widerlegung oder Bestätigung dieser Quellen.

Mound C in Etowah, Fundort eines 7,2 Fuß großen Skelettes

Siehe auch: Portal Riesenskelettfunde

Neue Links in der Wunderkammer (IV)

Wurden die spanischen Eroberer von Inka und Azteken tatsächlich als wiedergekehrte Götter begrüßt? Was hat es mit im Internet verbreiteten Artikeln über die Entdeckung einer Gruft mit schlafenden Riesen im Iran auf sich? Und wie kann man überhaupt die These vom erfundenen Mittelalter widerlegen? Die neuen Links in der Wunderkammer.

Camilla Townsend: Burying the White Gods: New Perspectives on the Conquest of Mexico

Katherine Reece: The Spanish Imposition

Jason Colavito: Exaggeration, Plagiarism and the Mysterious „Tunnels“ Under South America

Jason Colavito: Are Prehistoric Giants Waiting in a Stasis Chamber in Iran?

Shemir Amelirad u.a.: The iron age „Zagros Graveyard“ near Sanandaj (Iranian Kurdistan): Preliminary report on the first season (Gegendarstellung der echten Ausgräber zu den „Stasis-Mumien“ von Sanandaj)

Brian Dunning: The Phantom Time Hypothesis

Brian Dunning: Yonaguni Monument: The Japanese Atlantis

Brian Dunning: Draining the Baghdad Battery

Brian Dunning: Coral Castle

Neu: Das Riesenportal

Nachdem es ja einige Zeit recht ruhig um die Wunderkammer war, habe ich nun in den letzten Tagen ein neues (Achtung mittelmäßiger Kalauer) Riesenprojekt auf die Beine gestellt: Eine eigene Seite in der Wunderkammer der Kulturgeschichte widmet sich nun dem vielleicht ältesten und beständigsten Thema der „alternativen Archäologie“: Den angeblich immer wieder rund um den Globus gefundenen Skeletten von Riesen.
Derartige Berichte finden sich seit über zweitausend Jahren, spätestens beginnend mit den alten Griechen (wahrscheinlich aber schon viel früher). Heute sind es vor allem Grenz- und Pseudowissenschaftler, die solche alten und manchmal neuen Quellen sammeln und daraus Theorien über vorzeitliche Riesen ableiten – oft in Verbindung mit kreationistischen, katastrophistischen oder diffusionistischen Weltbildern. Was steckt hinter den 7 Ellen langen Gebeinen des Orestes, die die Spartaner 560 v. Chr. in Tegea fanden, was hinter den vielen hundert amerikanischen Zeitungsberichten aus dem 19. Jahrhundert über angeblich gefundene Riesenskelette?
Auf der Seite des neuen Portals habe ich bereits eine Menge an Quellen und Artikeln versammelt. Besonders aufschlussreich für die amerikanischen Riesen etwa sind die Recherchen von Andy White, im größeren Kontext auch unvermeidlich die Bücher Adrienne Mayors über mythologisch fehlinterpretierte Fossilien. Wie auch das normale Lexikon soll natürlich auch das „Riesenportal“ sukzessive um weitere Quellen und eigene Recherchen erweitert werden.

-> Das Riesenportal

Dolmen (oben) und Langbett von Goosefeld, Schleswig Holstein (Fotos LI). Die „Hünengräber“ der neolithischen Trichterbecherkultur wurden lange Zeit als Gräber oder Betten von Riesen angesehen. Symbolbilder, da kein echtes Riesenskelett zur Hand.

Neue Links in der Wunderkammer (III)

Hammer von London/Texas (Artikel von Glen Kuban)

Moorleichen des Afred Dieck (Überblick von Sabine Eisenbeiß & Wijnand van der Sanden)

Nowosiólki-Neandertaler in Rüstung (Originalquelle sowie Kritik von Jim Foley)

Pyramide von Gympie (Artikel von Elaine Brown und Anthony G. Wheeler)

Erhaltenes Dinosaurierblut/-gewebe (erste und zweite Kritik von Gary S. Hurd)

Limestone Cowboy (Artikel von Glen Kuban)

Neue Links in der Wunderkammer (II)

Gibt es noch immer Pterosaurier oder Plesiosaurier auf der Erde, wo diese doch seit 65 Millionen Jahren ausgestorben sein sollten? Sahen die alten Ägypter zur Zeit Thutmosis III. wirklich ein UFO? Und weshalb berichten mehrere antike Quellen unabhängig voneinander von geflügelten Schlangen, die die arabische Wüste östlich von Ägypten heimsuchen sollen? Die nachfolgenden Artikel bringen Licht ins Dunkel.

Lebende Pterosaurier (umfangreiche Kritik von Glen Kuban)

Adamsbrücke (Frontline-Artikel von R. Ramachandran)

Freiberger Kohleschädel (Artikel von André Kramer bei Mysteria3000)

Zuiyo-maru-Kadaver (Artikel von Glen Kuban)

Tulli-Papyrus / UFO-Sichtungen unter Thutmosis III. (Dokumentation von Ulrich Magin)

Hühnermensch von Waldenburg (Artikel von André Kramer bei Mysteria3000)

Geflügelte Schlangen von Arabien (Artikel von Karen Radner)

Neue Links in der Wunderkammer

In letzter Zeit habe ich dem Wunderkammer-Lexikon eine ganze Reihe von Links zu einschlägigen Artikeln hinzugefügt, die grenzwissenschaftliche Thesen dekonstruieren. Hier noch einmal zur Übersicht:

Osireion von Abydos (Artikel von Jason Colavito)

Bosnische Pyramiden (verschiedene Artikel von Irna)

Raumschiff des Hesekiel (Artikel von Ulrich Magin bei Mysteria3000)

Unterirdische Stadt von Moberly (Artikel & Quellen bei Jason Colavito)

Stegosaurus von Ta Prohm (siehe Artikel von Glen Kuban)

Moab Man / Malachite Man (Artikel von Glen Kuban)

Paluxy-River-Fußspuren (verschiedene Artikel von Glen Kuban)

Eolithen (Kritik von Martin Neukamm)

Erdställe (siehe Kritik von Josef Weichenberger)

Dorchester Pot (Analyse von Irna)

Abydos-Hieroglyphen (Artikel von Markus Pezold bei Mysteria3000)

Wunderkammer der Kulturgeschichte jetzt mit Direktlinks

In der Rubrik „Wunderkammer der Kulturgeschichte“ habe ich eine kleine Änderung des Konzepts vorgenommen: Bislang schrieb ich für jedes grenzwissenschaftliche Thema einen eigenen Beitrag, auch wenn sich dieser im Wesentlichen auf die Zusammenfassung einer einzelnen Quelle beschränkte (z.B. Kernbohrungen in Ägypten, kreidezeitlicher Menschenfinger und Handabdruck). In der Tat existieren für viele solche Themen bereits aufwendige wissenschaftliche Repliken (de facto: Widerlegungen), die den Gegenstand vollumfassend diskutieren – und mitunter zu komplex sind für eine kurze Zusammenfassung mit Wiedergabe der Beweisführungen. Solche Erörterungen, die im Internet zugänglich sind, werden von nun an direkt per Link in die beiden Überblicksseiten Lexikon von A-Z und Lexikon nach Herkunft/Thema eingebunden, ohne den Umweg über eine unnötige eigene Paraphrase. Dies wird einen raschen Ausbau des Lexikons in seinem Sinn als Nachschlagewerk ermöglichen.

Den Anfang machen zwei ausgezeichnete Artikel zu interessanten Themen:

Markus Pezold von Mysteria3000 erklärt, wie die Hieroglyphen im Tempel von Abydos zustande kommen, die an Darstellungen moderner Fahrzeuge gemahnen (hier).

Der Erdstallforscher Josef Weichenberger wiederum setzte sich eingehend mit den Thesen aus Heinrich & Ingrid Kuschs Buch Tore zur Unterwelt auseinander, dem zufolge im Raum der Steiermark kilometerlange Gangsysteme aus grauer Vorzeit existieren sollen (hier).

Weitere Links folgen in nächster Zeit.