The Happy Man

Bildergebnis für the happy man festaEigentlich führte Charles Ripley ein zufriedenes Leben mit einem guten Job, einer schönen Frau und einem Haus in einem beliebten Ort in Kalifornien – bis die Familie Marsh nebenan einzieht. Schnell schließt Ripley Freundschaft mit seinem allzu lebenslustigen neuen Nachbarn Rustin. Doch zunehmend häufen sich erschreckende Unglücke in der Nachbarschaft – und es zeichnet sich ab, dass Rustin eine ganz eigene, sadistische Vorstellung von Selbstverwirklichung besitzt …
Mit dem dritten Band „The Happy Man“ von Eric C. Higgs wird die Reihe „Pulp Legends“ im Festa-Verlag fortgesetzt. Der relativ kurze Roman führt den Leser in die Abgründe der menschlichen Seele, das Spannungsfeld erkundend zwischen bürgerlichem Anstand und all jenen Bedürfnissen, die dunkel unter der vornehmen Oberfläche brodeln. Allzu lebendig wird das unbeschwerte bis dekadente Leben in einer Siedlung amerikanischer Besserverdiener geschildert – und die kleinen moralischen Ausreißer schließlich bis ins Grausige übersteigert. Dabei liegt freilich nicht auf plastischer Gewalt das Augenmerk, sondern auf dem Psychogramm des Protagonisten und seiner Umgebung. Ripleys unerfüllte Sehnsüchte, sein Hadern mit den verschiedenen Lebensmodellen, seine Reaktion angesichts der zunehmenden Erkenntnisse über die Gräuel in seiner Umgebung eröffnen sich dem Leser auf allzu empathische Weise – bis zum Ende hin alles unweigerlich auf blutige Eskalation hinausläuft …
„The Happy Man“ ist schnell durchgelesen, da flüssig und sehr unterhaltsam, auch wenn manch potenzielle Spannung durch frühe Vorausgriffe verhindert wird. Trotzdem bleibt das Werk allzu spannend in Hinblick auf die Charakterentwicklung und natürlich die Ausgestaltung des unvermeidlichen Finales. Reizvoll sind die Gedanken zur wirklichen – sprich: grausamen – Natur des Menschen im Widerstreit zwischen Moral und Selbstverwirklichung, die gerne noch umfangreicher hätten ausgeführt werden können. Letztlich bleibt „The Happy Man“ eben doch kein vordergründig philosophisches Buch, sondern schlichtweg ein unterhaltsamer, weil brillant inszenierter Psychothriller.