Sachtexte

Eusebius‘ Monsterparade – Ein Zitat auf seiner Reise durch die Jahrtausende

„Und es waren daselbst gewisse andere Untiere,von denen ein Teil selbsterzeugte waren, und mit lebenerzeugenden Formen ausgestattete; und sie hätten erzeugt Menschen, doppeltbeflügelte; dazu auch andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen, Frauen- und Männer(köpfen), und zwei Naturen, männlichen und weiblichen; weiter noch andere Menschen, mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe; noch andere, pferdefüßige; und andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschen(gestalt) an der Vorderseite, welche der Hippokentauren Formen haben; erzeugt hätten sie auch Stiere, menschenköpfige, und Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen; auch Pferde mit Hundeköpfen;und Menschen sowie noch andere Ungeheuer, pferdeköpfige und menschenleibige und nach Art der Fische beschwänzte; dazu weiter auch allerlei drachenförmige Unwesen; und Fische und Reptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen,mannigfaltig gearteten und untereinander verschieden geformten, deren Bilder sie im Tempel des Belos eins neben dem andern dargestellt aufbewahrten.“

Es sind schauderhafte Kreaturen, von denen der spätantike Historiker Eusebius von Caesarea da berichtet. Kann diese Auflistung womöglich ein Beweis sein für die Existenz grotesker Mischwesen in grauer Vorzeit, wie Erich von Däniken spekuliert? Immer wieder nennen grenzwissenschaftliche Autoren die Worte Eusebius‘ als Beispiel für Genmanipulationen durch Außerirdische – meist in direkter Verbindung mit dem Serapeum von Sakkara und den rätselhaften Funden dort (siehe meinen Aufsatz darüber). Ich bin den Ursprüngen dieses Zitates in Form eines Essays auf die Spur gegangen – mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Michael Tellinger und die Anunnaki in Afrika: Kritik

Die sumerischen Götter waren tatsächlich Außerirdische – das wissen wir spätestens seit Zecharia Sitchins Präastronautik-Klassiker “Der zwölfte Planet“. Anunnaki nannten die alten Sumerer und Babylonier diese Besucher, die vor über 400 000 Jahren von ihrem Heimatplaneten Nibiru, der auf einer elliptischen Umlaufbahn von 3 600 Jahren die Sonne umrundet, zur Erde kamen und dort mittels Gentechnik den modernen Menschen schufen, auf dass dieser an ihrer statt die Mühsal des Bergbaus ertrage. All dies geht aus den uralten Keilschrifttexten der Sumerer hervor – meint zumindest Sitchin. Und mittlerweile eine ganze Reihe weiterer selbsternannter Forscher, die den Mut fanden, auch gegen die Dogmen der ignoranten Schulwissenschaft den Geheimnissen der Anunnaki nachzuspüren.
Einer dieser Herren ist Michael Tellinger, nach Klappentext des Kopp-Verlages „Autor, Wissenschaftler und Forscher“, der gleich zwei Bücher zum Thema verfasste: In “Die Sklavenrasse der Götter“ erklärt er, wie die Anunnaki den sumerischen Tontafeln (sprich: den zweifelhaften Behauptungen Zecharia Sitchins) zufolge den Menschen als Arbeitssklaven schufen und ihm ein ganzes Paket genetischer Deformationen mit auf den Weg gaben, von denen Grausamkeit, Sklaverei und Gier nach Gold nur einige sind. Im zweiten Buch “Die afrikanischen Tempel der Anunnaki“ meint Tellinger sogar, die von Sitchin postulierten Goldminen und Monumente der Anunnaki in Südafrika gefunden zu haben, und präsentiert dem interessierten Leser stolz einen farbenfrohen Bildband voller uralter Steinkreise. Endlich die von uns allen ersehnte Offenbarung über die lange verheimlichten Ursprünge der Menschheit? Oder doch nur das wirre Werk eines Autors, der bestenfalls als drittklassiges Imitat eines in der Fachwelt verspotteten Pseudowissenschaftlers gelten kann? Die nähere Untersuchung der beiden Werke tendiert stark zu letzterem Urteil.

Im Falle dieser beiden Bücher war es mit einfachen Rezensionen nicht getan – zu groß ist das Ausmaß der darin zur Schau gestellten fachlichen Inkompetenz, zu leicht und verführerisch die gnadenlose Widerlegung durch die Wissenschaft. So entstand nach der Lektüre von „Die Sklavenrasse der Götter“ („Die afrikanischen Tempel der Anunnaki“ hatte ich schon zuvor gelesen und kommentiert) eine umfangreiche Replik – zu den Thesen der Bücher, der Methodik des Autors, seinen Fehlern und nicht zuletzt dem überschaubaren wissenschaftlichen Gehalt.

Herunterzuladen ist das 27-Seiten-Werk genau hier: Michael Tellinger und die Anunnaki in Afrika

Wie schon mein Artikel zum Serapeum von Sakkara wurde auch diese Kritik auf der kritischen Infoseite Mysteria3000 veröffentlicht, wenn auch der Länge wegen in drei Teilen:

Teil I / Teil II / Teil III

Monstersärge und Pseudomumien – Kontroversen um ägyptische Stierbestattungen

Vor kurzem wurde mein erster Sachtext (außerhalb dieser Website) veröffentlicht! 

Die riesigen Steinsarkophage im Serapeum von Sakkara gelten der Geschichtswissenschaft als Begräbnisstätte der heiligen Apis-Stiere. Erich von Däniken und weitere Grenzwissenschaftler sind da anderer Ansicht, fand sich doch anstatt kompletter Stiermumien allenfalls eine bituminöse Masse voller zerbrochener Knochensplitter darin. Wurden im Serapeum etwa gefürchtete Mischwesen bestattet – oder gibt es eine naheliegendere Erklärung für solch groteske Bestattungsformen? 

Der Artikel entstand infolge eines Referates zu selbigem Thema, das ich in der Uni (Einführung in die ägyptische Archäologie und Denkmälerkunde) hielt – ergänzt durch einige zusätzliche Infos, die sich in der Zwischenzeit auftaten, nunmehr mit der Diskussion der grenzwissenschaftlichen Theorien im Zentrum. Bei der Suche nach einem geeigneten Medium zur Publikation stieß ich auf den kritischen Blog Mysteria3000, der den Text auch gleich veröffentlichte.

Hier online zu lesen:

Monstersärge und Pseudomumien

Und hier zum Download: Monstersärge und Pseudomumien

 

Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Egipto,_1882_“Sepulcro_de_Apis“_(20814894493).jpg